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Was ist Polyester? Fakten und Mythen! Mode mit Geschmack
Was ist Polyester? Fakten und Mythen!
Polyester ist viel besser als sein Ruf

Kunststoffe und Kunstfasern sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Vor rund hundert Jahren haben die neuen Fasern dem Menschen das Leben enorm erleichtert. Heute hat sich leider ein großer Trend gegen Kunstfasern wie Polyester oder Viskose gebildet. Wir erklären Ihnen Fakten und Mythen rund um die beliebten Fasern.

Was ist Polyester eigentlich genau?

Polyester wird aus der chemischen Substanz Polyethylenterephthalat gewonnen. Das kennt man kurz auch als PET und von den gleichnamigen PET-Flaschen.
Aufgrund der Weiterverarbeitung nennt man Kunstfasern wie Polyester auch Chemiefasern und Microfasern.
Der Herstellungsweg ist sehr technisch, daher die Bezeichnung „künstlich“. Schaut man etwas genauer hin, findet man bald heraus, dass die Ausgangsstoffe von Polyester und anderen Kunststoffen ebenso in der Natur liegen.
PET besteht im Grunde aus Steinkohle, Kalk, Erdöl und Erdgas.

Im 19. Jahrhundert wurde ein Vorläufer des PET als wertvolles Imprägniermittel erfunden. Die feine Textilfaser wurde schließlich in den 1940er Jahren von der Firma DuPont entwickelt. Nur wenige Jahre zuvor hatten Chemiker von DuPont bereits die weltberühmten Nylonfasern und Nylonstrümpfe erfunden.

Kunstfasern wie Nylon und Polyester brachten große Vorteile mit sich:
Sie waren einfach zu gewinnen, konnten in beliebiger Menge nachproduziert werden, trockneten schnell und brachten eine enorme Belastbarkeit mit sich.

Woher stammt der schlechte Ruf von Polyester?

Aufgrund der zunehmenden Umweltproblematik hat sich inzwischen eine Front gegen Kunstfasern gebildet.
Natürlich ist die weltweite Verschmutzung durch Plastik und Kunststoffe ein Problem. Ein Grund Polyesterkleidung abzulehnen, ist sie aber nicht. Tatsächlich sind es auch weniger Kleidungsstücke, die in der Natur landen. Vielmehr sind es Plastiktüten, achtlos weggeworfene Flaschen und der Müll von unverantwortlich arbeitenden Industriezweigen.

In den späten 1990er kamen Polyester und andere Kunstfasern wegen zunehmender Textilallergien in Verruf. Doch hier müssen aufmerksame Kunden genau hinschauen. Das Problem ist nicht die Kunstfaser Polyester an sich, sondern die Art, wie sie hergestellt wird.
Billigfasern aus minderwertig arbeitenden Fabriken können Rückstände von Chemikalien enthalten. Das ist nicht anders als bei der Ausdünstung von Kunststoffgegenständen wie Schüsseln, Kühlschränken oder Teilen der Autoinnenausstattung. Normalerweise sollten nur geprüfte Kunststoffe und –fasern zum Kunden gelangen. Nur ist das in unserer Welt nicht immer garantiert.

Die Allergien kämen nach Meinung der Kritiker auch aufgrund der schlechten Atmungsaktivität von Polyester und Kunstfasern zustande. Doch auch das ist ein reiner Mythos. Die hochwertigsten und teuersten Stoffe im Outdoor- und Sportbereich werden schon lange aus Polyester und anderen Hightechfasern gefertigt. Solche Kleidungsstücke zeichnen sich aufgrund ihrer hohen Verträglichkeit, dem Tragekomfort, der Möglichkeit zur wasserdichten Beschichtung und absoluter Atmungsaktivität aus.

Einmal mehr resultiert das Problem aus schlechter Verarbeitung und Billigstoffen. Polyester selbst ist ein sehr guter und vielseitiger Hochleistungsstoff.

Auch das Argument der Ausbeutung bei der Herstellung von Polyester kann man nicht gelten lassen. Sicherlich werden viele Stoffe und Textilien heute in Fernost im Billiglohnsektor hergestellt. Doch das ist bei den Hartplastikschalen für Smartphones oder Computergehäusen nicht anders.

Schaut man bei Baumwolle Wolle und Seide nach, wird man ebenfalls sehr schnell auf die Umweltproblematik und Ausbeutung stoßen. Baumwolle wird bis heute sehr aufwändig angebaut. Die Sklavenhaltung ist zwar vorbei, doch die Arbeiter leben immer noch von Billiglöhnen und müssen teils sehr schlechte Arbeitsbedingungen hinnehmen.

Seide wird heute im großen Stil verarbeitet. Auch hier schwitzen asiatische Billiglöhnerinnen in Fabriken, um die wertvolle Faser zu gewinnen. Seide wird aus dem Kokon von Raupen gewonnen. Im Zuge der Fasergewinnung werden Milliarden Raupen getötet.

Die meiste Wolle auf dem Weltmarkt kommt heute aus Australien und Neuseeland. Auch wenn die Tiere ein schönes, freies Leben haben, die Schur kann die reinste Qual sein. Nicht wenige Schafe tragen bei der Massenabfertigung ernsthafte Verletzungen davon und leiden. Aufgrund der Weltmarktbedingungen spielt der Zeitfaktor die wichtigere Rolle als die schonende Behandlung des Tieres.

Kunstfasern in der Haute-Couture

Wer in Genuss kommt, sich die Kollektionen großer Modehäuser anzusehen, wird Polyester an allen Ecken und Enden finden.
Die feinsten Kreationen von Dior, Chanel oder Gaultier sind keinesfalls ausschließlich aus Baumwolle, Jute oder Seide gefertigt.

Die besten Designer dieser Welt arbeiten liebend gerne mit Stoffen wie Viskose und Polyester. Sie sind fließend, leicht zu verarbeiten und bieten der Kreativität der Modeschöpfer Möglichkeiten, die mit reinen Naturfasern nicht so einfach umzusetzen wären.

Die Kunstfaser Polyester im Fazit

Wer genauer hinsieht, wird schnell feststellen, dass Polyester nicht besser oder schlechter sein muss als andere Fasern. Wie überall kommt es auf die Qualität und die Hintergründe der Verarbeitung an.

Es gibt sicherlich keinen einzigen Grund, Polyester vollständig abzulehnen oder gegenüber anderen Fasern herabzuwürdigen.

Als Kunde sollten Sie sich die Kleidungsstücke zulegen und tragen, die Ihnen gefallen – selbst wenn oder gerade weil sie aus hochwertigen Kunstfasern gefertigt sind.

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